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Was versteht man unter intrauteriner Wachstumsrestriktion (IUGR)?

Die meisten Schwangerschaften verlaufen komplikationslos, doch einige Babys haben Schwierigkeiten, in der Gebärmutter zu wachsen. Diesen Zustand bezeichnet man als intrauterine Wachstumsrestriktion.

8 von 100 Schwangerschaften sind davon betroffen und jedes Jahr werden in Europa und in den USA ca. 60.000 Babys mit einer schweren intrauterinen Wachstumsrestriktion geboren. Viele dieser frühgeborenen, sehr kleinen Babys müssen nach der Geburt monatelang im Krankenhaus bleiben, was für die Eltern ein hohes Maß an Stress bedeutet und hohe Kosten verursacht. So kostet die Neugeborenenintensivpflege ca. 1.300 Euro pro Tag.

Die intrauterine Wachstumsrestriktion ist mit 1,46 Millionen Fällen weltweit die Ursache fär mehr als die Hälfte aller Totgeburten. Babys, die im Verlauf von Schwangerschaften geboren werden, bei denen Wachstumsstörungen auftraten, weisen nicht nur eine höhere perinatale Sterblichkeit auf und leiden häufiger unter Komplikationen wie Zerebralparese, sondern sind auch von langfristigen Folgen, darunter Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, betroffen. Ein Drittel der Fälle ist mit einer Präeklampsie der Mutter assoziiert, einem Zustand, der durch hohen Blutdruck und Proteinurie (Eiweiß im Urin) gekennzeichnet ist und fär die Mutter eine schwere und sehr ernsthafte Erkrankung darstellen kann.

In einem von 500 Fällen kommt es zu einer schweren, früh einsetzenden intrauterinen Wachstumsrestriktion. In diesem Fall stoppt oder verlangsamt sich das Wachstum des Babys bereits zu einem sehr frähen Zeitpunkt, häufig bereits knapp nach der Hälfte der Schwangerschaft. Sobald in der Mitte der Schwangerschaft eine schwere, fräh einsetzende intrauterine Wachstumsrestriktion diagnostiziert wird, müssen die Eltern eine schwierige Entscheidung treffen. Sie müssen sich entweder dafür entscheiden, das Baby sehr früh zu entbinden, mit dem Wissen, dass es auf der Neugeborenenintensivstation versterben könnte, oder die Schwangerschaft mit dem Wissen fortzusetzen, dass das Baby in diesem mit hoher Wahrscheinlichkeit im Mutterleib sterben wird.